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Die Verfolgten, die Gefolterten, die
Behinderten und die Kranken, die Überforderten und die Menschen
ohne "Vitamin B", die Einsamen und die Unverstandenen, die
Arbeitslosen und Lebensmüden, die Trauernden, die Süchtigen und
Prostituierten, die Gastarbeiter und die Minderheiten, alle
Leidtragenden und die Menschen, für die Gott tot ist, wurden bei
den gestalteten Stationen zur Sprache gebracht.
Seither gehen in großer Treue verschiedene
Menschen diesen Kreuzweg.
Er war auch schon einige Male Anlass, selber
einen Kreuzweg zu verfassen.
Als ich gebeten wurde, heuer am Kreuzweg als
Priester voranzugehen, ist mir in den Sinn gekommen: "In diesen
25 Jahren hat sich doch auch viel einstiges Leid in Normalität
oder auch Freude gewandelt!"
Dabei kam mir das Sprichwort in den Sinn:
"Die Zeit heilt Wunden!"
Bei diesem Titel ist mir der Leidende und
seine Umgebung zu passiv.
Von ganz alleine geschieht gar nichts,
vielleicht Verdrängung.
Der Leidende muss auch bewusst etwas tun, um aus dem Leid
herauszukommen.
Wenn ich dennoch aus dem rhythmischen Lied:
"Alle Knospen springen auf!" den Titel "Wunden heilen!" gewählt
habe, dann ist dabei meine Überzeugung:
Der Betroffene muss den Willen zur Veränderung haben und er muss
diese mittragen, andere Menschen helfen oft wesentlich mit zur
Besserung oder zum Heilen, und Gott gibt dann das Geschenk im
Übermaß!
Das ist mein gedanklicher Hintergrund und
meine Glaubensüberzeugung, wenn ich nun daran gehe, diesen
Kreuzweg zu schreiben.
Ich lasse dabei meinen Blick schweifen: Wie
hat sich für Leittragende von damals, manches oder alles zum
Guten gewendet?
P. Alois |